Sonntag, 29. Januar 2012

Essgestört ja oder nein

Ich muss für mich dise Frage leider bejahen. Mittlerweile ist es so, dass ich meine Essstörung meistens gut im Griff habe, allerdings bin ich immernoch nicht resistent, wenn ich im Stress bin oder aktuell ganz schlimm, wenn ich aus Langeweile esse. Fressanfälle sind mir leider immernoch nicht fremd und kommen ab und mal vor. Im Moment eher weniger, Ende letzen Jahres mit dem Umzugsstress kamen die leider häufiger mal.
Ich finde auch, dass es eine Art von Essstörung ist jede Kalorie, die man vertilgt abzuwiegen und zu notieren, aber für mich ist das Hilfsmittel um hoffentlich mal irgendwann ganz normal und ausgewogen essen zu können. Ob ich das jemals schaffen werde, kann ich nicht sagen. So lange ich noch in der Abnahme bin, was noch Jahre dauern wird, ist daran eh nicht zu denken. Wenn ich mich nicht durch aufschreiben kontrolliere nehme ich nicht ab, meist sogar zu.
Irgendwie beneide ich Menschen, für die Essen einfach Essen ist!

3 Kommentare:

Schmedderling hat gesagt…

Dieses Stressabbau-Essen kenne ich so gut. Es ist wie eine Abhängigkeit, danach geht es einem zunächst besser, dann kommt das schlechte Gewissen...

Ich glaube, mit WW kann man gut abnehmen, aber es ist so extrem unnatürlich. Das hält man niemals sein Leben lang durch.

SusiP hat gesagt…

Geht mir genauso. Und ich halte es auch für eine "Störung" wenn ich ständig nachdenken muss: was darf ich noch essen!?

Kopfsache. Denn wenn ich z. B. Besuch habe, dann denke ich nicht drüber nach und fang auch nicht das suchen an.

Fatja hat gesagt…

Hey,
ich hab regelmäßig Diskussionen mit Freunden und Bekannten, die meinen, man müsste doch einfach nur mal weniger essen. So wie alle anderen. Ganz normal. Es wäre ja total krank, was wir für einen Aufriss machen, um unser Essen. Und dass wir auf Partys immer vorher entscheiden, ob wir was trinken/essen, oder nicht.

Ich find das anstrengend und nervig, aber es lässt sich nicht vermeiden. Ich vergleich das immer mit anderen Erkrankgungen. Du kannst zu einem Depressiven auch nicht sagen: sei doch einfach nicht mehr so niedergeschlagen, oder zu einem Alkoholiker: trink doch einfach mal nur eine Flasche Bier am Abend.

Einzusehen, dass man ein Problem hat, ist ja schon ein großer Schritt. Und mit dem Problem umzugehen lernen, ist die größte Herausforderung überhaupt. Das muss einem erstmal einer nachmachen.
Klar, ist es schön, sich vorzustellen, dass andere Menschen sich gar keinen Kopf ums Essen machen müssen. Ich hab mir das auch lange gewünscht. Aber letztendlich führte das bei mir nur dazu, dass ich das Wiegen etc. als große Abnormität und Belastung empfunden habe, es irgendwann ohne schaffen wollte und wieder Rückschläge hinnehmen musste.

Andere Menschen müssen jeden Tag dutzende Pillen vorsortieren, sich regelmäßig spritzen setzen oder ähnliches tun, um ein halbwegs normales Leben führen zu können. Wir müssen halt wiegen. Ich hab mich dran gewöhnt und es belastet mich nur noch wenig. Es geht auch mal ein paar Tage ohne, aber den Gedanken, irgendwann für immer ohne Waage zu leben, hab ich verbannt. Vielleicht überrasche ich mich ja irgendwann selbst, das wäre ein großer Gewinn, aber solang ich drauf hoffe, wirds nur eine Belastung.

Bei FDDB hab ich inzwischen viele Listen mit Sachen, die ich regelmäßig esse, sodass ich da mit zwei Klicks alles eingetragen hat. Man arrangiert sich und zu meinen Freunden sag ich: ein Alki kann von der Flasche loskommen, ich muss mit meinem Suchtstoff leben.

Liebe Grüße, mögen die Belastungen kleiner werden. ;)